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Landrat Dr. Jürgen Schütz und Georg Wacker auf der Baustelle der Martinsschule

Der Neubau der Martinsschule für Körperbehinderte in Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis) erhält einen Landeszuschuss in Höhe von rund 5,7 Millionen Euro. Dies gaben Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL und Landrat Dr. Jürgen Schütz am Montag (13. Juli) bekannt. Wacker würdigte das Projekt als „beispielhaft und Maßstäbe setzend”. Die moderne Architektur entspreche der pädagogischen Konzeption der Martinsschule und unterstreiche den Stellenwert der sonderpädagogischen Förderung im Land. Der Neubau kostet insgesamt rund 28 Millionen Euro, davon entfallen auf den rein schulischen Teil rund 15,8 Millionen Euro. Bereits im Jahr 2006 wurde ein erster Landeszuschuss in Höhe von 0,4 Mio. Euro bewilligt.

Landrat Dr. Schütz dankte dem Staatssekretär für die große Unterstützung, die dieser „dem Projekt seit Beginn der Planungen und in vorbildlicher Weise hat angedeihen lassen.” Sie habe jetzt dazu geführt, dass nun auch für die Schulbauförderung ein guter Kompromiss gefunden werden konnte. Auf der größten Hochbaustelle des Rhein-Neckar-Kreises lässt sich schon vieles der zukünftigen Gestaltung erkennen, nachdem nun schon mit der Modellierung des Geländes um die neue Schule begonnen wurde. Denn alle Klassentrakte sollen Zugang zum Freien erhalten, um durch die Einbindung in die Natur eine zusätzliche angenehme Atmosphäre für die Kinder zu schaffen. „Ungeachtet unterschiedlicher Lern- und Förderbedürfnisse sollen die Kinder und Jugendlichen in ihrer neuen Schule gemeinsam den Tag gestalten und voneinander lernen”, betonte Wacker. Es würden durch den Neubau hervorragende Rahmenbedingungen für einen modernen und innovativen Unterricht geboten. Dies schließe insbesondere die Möglichkeit mit ein, unterschiedliche Lernformen flexibel auszugestalten. Auch den spezifischen Bedürfnissen von körperbehinderten Kindern und Jugendlichen mit Bedarf an Pflegeleistungen könnte unter den neuen Bedingungen besser als bisher entsprochen werden. Die durchdachte Funktionalität gehe auch auf die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück, die wichtige Hinweise und Anregungen für den Bau gegeben hätten. „Das ganze Haus wird geprägt sein von einer ausgewogenen räumlichen Aufteilung, die auch außerhalb des Unterrichts die richtige Mischung aus Begegnungs- und Rückzugsmöglichkeiten eröffnet”, betonte der Kultusstaatssekretär.

Das vom federführenden Rhein-Neckar-Kreis betreute regionale Gemeinschaftsprojekt mit den Stadtkreisen Mannheim und Heidelberg sowie dem Kreis Bergstraße „liegt voll im Zeitplan”, erläuterte Architekt Maximilian Otto vom Stuttgarter Architekturbüro OHO. Nachdem bereits die Fenster eingebaut, die Heizungsrohinstallation und die Elektroarbeiten vorgenommen und die Malerarbeiten im strahlenförmig angelegten Schulgebäude begonnen sind, können in etwa vier Wochen die Bodenbelagsarbeiten starten. Sowohl Staatssekretär wie Landrat zeigten sich erfreut über den Baufortschritt der neuen Martinsschule, mit der „wir Bildung und Erziehung, sonderpädagogische Förderung und damit die Chance auf Selbstverwirklichung und Integration der Kinder weiter verbessern wollen”, wie Dr. Schütz sagte.

Der Neubau soll bis Ende des Jahres fertig gestellt sein, Ende Februar 2010 wird die Einweihungsfeier stattfinden. Die Baumaßnahme war notwendig geworden, weil der bisherige Standort der Martinsschule im Gewann “Martinsgärten” angesichts steigender Schülerzahlen zu klein geworden war und der Anteil der schwerst mehrfach behinderten Kinder bis hin zu notwendiger Medizinischer Behandlungspflege ständig zunimmt.

Hirschberger Allee, Ecke Schriesheimer Straße: Landrat Dr. Jürgen Schütz und Georg Wacker informieren sich vor Ort über den Fortgang der Bauarbeiten am Neubau der Martinsschule.

Kultusstaatssekretär und Wahlkreisabgeordneter Georg Wacker würdigt das räumlich-pädagogische Konzept der Martinsschule Ladenburg.

„Der erste Abschnitt ist geschafft. Freuen wir uns auf die Zielgerade”, sagte Kultusstaatssekretär und Wahlkreisabgeordneter Georg Wacker (CDU) kürzlich beim Richtfest der Ladenburger Martinsschule. Der Ausbau und die Erweiterung der Martinsschule liegen im Plan. Wacker machte in seinen Ausführungen auf die geleistete Lobby-Arbeit von Landrat Dr. Jürgen Schütz in Sachen Martinsschule aufmerksam.

So habe der Landrat gerade auch bei Besuchen im Stuttgarter Landtag seine Anliegen vorgetragen, sagte Wacker, auch mit Blick auf die von Landrat Dr. Schütz gewünschte Aufnahme des Bauprojekts in das Schulbauförderprogramm 2009, um das Vorfinanzierungsvolumen in Grenzen zu halten. Die termingerechten Baufortschritte würden nämlich finanzielle Verpflichtungen für den Rhein-Neckar-Kreis als Bauherrn und dessen Partnern - das sind die Gebietskörperschaften Kreis Bergstraße und die Städte Mannheim und Heidelberg - nach sich ziehen.

Nach Aussagen von Kultusstaatssekretär Wacker sei der reguläre Zuschuss für das 28,5-Millionen-Euro-Projekt sicher, eine sofortige Auszahlung aber nicht möglich. Wacker würdigte in seinen Ausführungen die räumlich-pädagogische Konzeption der Martinsschule, die sich bereits in der Architektur zeige: „Kinder, Lehrer und Pflegekräfte haben künftig nur noch kurze Wege zu gehen.” Staatssekretär Wacker und Landrat Dr. Schütz lobten die termingerechten Baufortschritte, die Zusammenarbeit von Architekt und Baufirmen sowie die Einhaltung der Kosten. Der Landrat des Kreises Bergstraße bezeichnete den Neubau der Martinsschule, die sich auf die Bedürfnisse von geistig und körperlich zum Teil schwerst behinderten Schülern ausgerichtet hat, als „vorbildliche Maßnahme”.

Gegenwärtig werden an der Martinsschule über 240 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Es wird nun aber mit einer weiter steigenden Schülerzahl gerechnet. Der Neubau wurde nötig, weil der Anteil von schwer und mehrfach behinderten Kindern an der Martinsschule stetig angestiegen ist. Aber auch baurechtliche Anforderungen, darunter Sicherheitsvorkehrungen, sowie geänderte sonderpädagogische Gegebenheiten machten das Projekt notwendig.