Auf Einladung der CDU Schriesheim und des Landtagsabgeordneten Georg Wacker  der deutschen Einheit war Heinz Eggert Gastredner beim Tag der Deutschen Einheit.

Auf Einladung der CDU Schriesheim und des Landtagsabgeordneten Georg Wacker war Heinz Eggert Gastredner beim Tag der Deutschen Einheit. Foto: Peter Dorn

Schriesheim. Auf Einladung der CDU Schriesheim und des Landtagsabgeordneten GeorgWacker der deutschen Einheit war Heinz Eggert Gastredner beim Tag der Deutschen Einheit. Der ehemalige Innenminister von Sachsen ist heute Mitglied des Landtags und erzählte von seinen Erfahrungen mit der Stasi und der DDR.

Der 63-jährige war zur Zeit der deutschen Zweiteilung Gemeinde- und Studentenpfarrer in Oybin und Zittau. Dabei lobte er das damalige Staatssystem ganz und gar nicht in seinen Predigten. Nach eigenen Angaben waren aus diesem Grund bis zu 67 Spitzel auf den Geistlichen angesetzt.

„Politische Gespräche führte ich nur im Wald”, beschreibt Eggert selbst die damalige Situation. Die Diskussion um Wiedervereinigung und den Solidaritätszuschlag könne er nicht nachvollziehen: „Was darf es kosten, 16 Millionen Menschen aus einem totalitären Staatsgefüge herauszuholen und dass ein ganzes Volk nicht mehr bespitzelt wird? Und was ist es wert, dass jungen Leute, die politische Witze reißen, trotzdem Gymnasium und Studium besuchen dürfen?”, argumentiert der Ostalgie-Kritiker gegen die Menschen und Parteien, die das damalige System immernoch befürworten oder sogar wieder einführen wollen. Eggert wettert weiter: „Marode Staatsbilanz, Willkür und Unterdrückung - dafür gibt es keine Verklärung und keinen Grund diesen Staat zu verteidigen.”

Der Saal lauschte gespannt. Weitere Redner wie Georg Wacker und Anselm Löweneck stimmten zu, dass die Akzeptanz für den Gedenktage nicht schwinden solle und 20 Jahre nach dem Mauerfall der Vereinigungsprozess noch nicht abgeschlossen sei, solange frühere Befürworter noch heute Parteivorsitzende sind.

„Wir sollten Gott danken. Wir, weil der Honecker-Spuk vorbei ist und Ihr, weil Ihr ihn nie erleben musstet.”, so Eggert zum Abschluss.

Hirschberg, OT Großsachsen, Grundschule, Pestalozzistraße 16